Zu Hause gründen – welche Kosten kann ich absetzen?

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Zu Hause gründen – welche Kosten kann ich absetzen?

Viele starten ihr Unternehmen erst einmal zu Hause in den eigenen vier Wänden. Das beste Beispiel dafür ist wohl Apple: Steve Jobs hat auch in seiner heimischen Garage begonnen.

Wer also am Anfang seiner Selbstständigkeit steht und auf Geschäftsräume verzichten kann, muß deshalb nicht zwingend auf die Betriebsausgaben dafür verzichten. Wir erklären heute wie man den betrieblich genutzten Wohnraum steuerlich geltend machen kann.

1. Platz schaffen!

Nicht nur aus steuerlichen Gründen solltet ihr euch einen Platz einrichten der nur für eure Arbeit bestimmt ist. So lässt sich trotz heimischen Arbeitsplatz eine Trennung zwischen Arbeit und Freizeit herstellen. Aus steuerlicher Sicht ist dies sogar zwingend notwendig. Es eignet sich dafür also nur ein eigener Raum.

2. Ausstattung

Neben den Räumlichkeiten werden auch Ausstattungen wie Schreibtisch und Laptop benötigt. Diese können als Anlagegut in der Buchführung aufgenommen werden und mindern im Rahmen der monatlichen Abschreibung den Gewinn. Viele nutzen zum Start die bereits vorhandene Ausstattung. Beschließt ihr also euren zuvor genutzten Schreibtisch, Laptop und Drucker ab sofort betrieblich zu nutzen so könnt ihr diese ebenfalls in der Buchführung berücksichtigen. Dies erfolgt dann im Rahmen einer Privateinlage. Erstellt am besten eine Liste mit allen Gegenständen die ihr ab sofort betrieblich nutzt. Dabei gilt es auch die kleinen Dinge wie Computermäuse, Tastaturen und ähnliches zu berücksichtigen.

Die Ermittlung des Wertes ist dann schon ein wenig anspruchsvoller. Jedem Gegenstand aus eurer Liste muss ein Wert zugeordnet werden mit dem er in das Unternehmen eingelegt wird. Dafür bedienen wir uns in der Buchführung dem so genannten Wiederbeschaffungswert. Wie es der Name schon sagt müssen wir also den Wert ermitteln mit welchem der Gegenstand zum aktuellen Zeitpunkt noch einmal beschafft werden kann. Hierfür können wir uns beispielsweise bei EBay oder anderen Gebrauchtwarenmärkten bedienen. Wichtig ist es dabei zu dokumentieren woher der Wert stammt.

Wichtig: Alle Gegenstände die dem Unternehmen zugeführt werden müssen bei einer eventuellen Entnahme zu einem späteren Zeitpunkt auch wieder versteuert werden!

3. Miete und Nebenkosten

Haben wir also einen Raum als Arbeitszimmer auserkoren und festgestellt wie er ausgestattet werden soll geht es um die Bemessung der laufenden Kosten. Liegt euch ein Grundriss mit Quadratmeterangaben vor könnt ihr diesen Nutzen und anhand dessen den prozentualen Anteil eures Arbeitszimmers an der Gesamtfläche ermitteln. Teilt dafür einfach 100 durch die gesamte Fläche und multipliziert sie mit der Fläche des Arbeitszimmers. Wer keinen Grundriss hat muss die gesamte Fläche vermessen.

Den ermittelten Wert könnt ihr als Grundlage nehmen um den Anteil der Miete und der Nebenkosten zu ermitteln welcher auf das Arbeitzimmer entfällt.

4. sonstige Kosten

Zu Guter letzt nutzt ihr wahrscheinlich auch das Telefon und das Internet für den Betrieb. Auch diese Kosten könnt ihr mit dem Anteil der betrieblichen Nutzung ansetzen.

Fazit: Auch wer zu Hause gründet kann die Kosten für betrieblich genutzte Räume absetzen. Wichtig ist dabei nur die Kosten und Anteile abzusetzen die auch wirklich betrieblich genutzt werden. Wie immer in der Buchführung darf natürlich auch die Dokumentation so üppig wie nur möglich ausfallen!

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