Kinderbetreuungskosten nicht Bar bezahlen!

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Kinderbetreuungskosten nicht Bar bezahlen!

Dieser Artikel richtet sich heute an die Eltern unter unseren Lesern.

Der Bundesfinanzhof hat wieder einmal bestätigt, dass bei dem Abzug von Kinderbetreuungskosten nur diese in Frage kommen, welche mittels Banküberweisung bezahlt wurden. Auch wenn das Finanzamt seit 2008 grundsätzlich auf die Vorlage der Überweisungsbestätigung verzichtet, ist eine Barzahlung ausgeschlossen. Hier das Urteil: Urteil vom 18.12.2014, III R 63/13

Im Urteilsfall ging es um ein zusammen veranlagtes Ehepaar welches zur Betreuung des gemeinsamen Sohnes eine Teilzeitkraft im Rahmen des Haushaltscheckverfahrens angestellt hatte. Die Bezahlung des Gehaltes hat das Ehepaar bar vorgenommen. In der Einkommensteuererklärung hatten diese dann den Abzug von 2/3 der Aufwendungen (im VJ 2009 max. 3.600,00 €) geltend gemacht. Das Finanzamt hat den Steuerpflichtigen den Abzug der Betreuungskosten untersagt, da diese bar bezahlt wurden. Nach dem das Finanzgericht noch zugunsten der Kläger entschied, hat der Bundesfinanzhof hingegen bestätigt, dass der Steuerabzug bei Barzahlung auch im Haushaltscheckverfahren nicht gewährt werden kann.

Wann kann ich Kinderbetreuungskosten als Sonderausgaben ansetzen?

Im Einkommensteuergesetz ist diese Regelung im §10 Abs. 1 Nr. 5 zu finden. Dieser besagt, dass Eltern für die Betreuung eines im Haushalt lebenden Kindes 2/3 (zwei drittel) der Aufwendung max. 4.000,00 € (im Veranlagungsjahr 2014) als Sonderausgaben geltend machen dürfen. Dieser Abzug ist an besondere Voraussetzungen gebunden:

  • Das Kind darf das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Kann das Kind sich aufgrund von Behinderungen nicht selbst versorgen kann die Grenze angehoben werden.
  • Es müssen Rechnungen, die Unterlagen aus dem Haushaltscheckverfahren und die Überweisungsträger vorliegen.
  • Das Kind muss im eigenen Haushalt leben. Bei getrennten oder geschiedenen Eltern ist der Wohnsitz des Kindes entscheidend.
  • Für das Kind muss Kindergeld oder ein Freibetrag zustehen
  • Es dürfen folgende Aufwendungen angesetzt werden:
    • die Unterbringung in Kindergärten, Tagesstätten, bei Tagesmüttern oder ähnlichem,
    • Die Beschäftigung von Erziehern und Pflegern,
    • Die Beschäftigung von Haushaltshilfen, sofern sie Kinder betreuen,
    • Die Beaufsichtigung von Kindern.
  • Nicht ansetzbar sind hingegen:
    • Die Vermittlung von Fähigkeiten, bspw. Musikunterricht,
    • Sportvereine oder andere Freizeitaktivitäten,
    • Nachhilfe,
    • Verpflegung des Kindes.

 

Tipp
Wer nicht lange auf die Steuererstattung warten möchte kann sich regelmäßig wiederkehrende Ausgaben als Steuerfreibetrag auf der Lohnsteuerkarte eintragen lassen.

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